E I N L A D U N G


Leer____________________ Stand

eine leere Wohnung wird für einen Abend mit Kunst gefüllt.
Lassen Sie sich überraschen. Menschen, keine Tiere, Sensationen.

Malerei
Fotografie
Projektion
Performance
Musik

mit: Susanne Schorr, Rachel Mrosek, Berthold König, Stefan Grenner,
Michel Rosar, Martial Frenzel, Lukas Reidenbach, Johannes Schmitz.

Gastgeber: Armin Jung
Ort: Thüringer Str. 5, Saarbrücken
Samstag, 17.07.2010 von 17 – 23 Uhr

wir freuen uns *




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Die schönen Künste No. 4


Dieses Jahr finden die Schönen Künste – Eine nächtliche Route durch Saarbrücker Werkstätten – am
Freitag, dem 16. Juli und am Samstag, dem 17.07.2010 statt. Programm, Künstler und Orte können
Sie folgender Seite entnehmen:

http://schoenekuenste.wordpress.com/


Die Schöne Künste gibt Kunstschaffenden in Saarbrücken die Möglichkeit, an einem Abend ihre
Künstlerische Arbeit im privaten Raum einem neuen Publikum zu präsentieren. Sie soll den Austausch
zwischen Künstler und Besucher fördern.

Jeder, der sich im künstlerischen Bereich betätigt (Bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz, Design,...),
ist herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Gezeigtes darf vollkommen frei und experimentell sein,
muss nicht an ein Medium oder Thema gebunden sein und unterliegt keiner Auswahl.

Die Koordination übernimmt eine kleine Gruppe Studierender der HBKsaar, welche die
Öffentlichkeitsarbeit, Amtliches und die Route organisiert.



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Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

„Kunst bis die Polizei kommt“

Acht Künstlerinnen und Künstler haben eine leerstehende Wohnung mit Kunst gefüllt


Sechs Stunden nicht ganz konfliktfreie Kunst in einer leerstehenden Wohnung in der Nähe des Saarbrücker Ostbahnhofs: Das Projekt „Leerstand“ macht Lust auf mehr. 


„Bewegung gegen die Richtung erzeugt Reibung und macht warm.“

Rachel Mrosek


Saarbrücken. Der alte Mann, der runter in den Keller geht, wirkt nicht glücklich. Hinter der Tür im zweiten Stock rechts reagiert niemand aufs Klingeln. Beides liegt daran, dass in der Wohnung Musik gemacht wird. Live-Musik, recht laut. 

Es ist Samstagnachmittag, kurz nach sechs. Und in der Wohnung Thüringer Straße 5, im zweiten Stock rechts, hat sich Kunst ausgebreitet.

Die Wohnung gehört Armin Jung – noch. Seine Möbel hat er schon rausgeräumt. Er wohnt jetzt nicht mehr in der Nähe des Ostbahnhofs, sondern auf dem Land – in Thalexweiler. Die Miete für die Wohnung in Saarbrücken muss er noch für den ganzen Monat zahlen. So sei das nun mal mit den Fristen und dem Mietrecht. Aber vier Wochen Leerstand?

„Die Wohnung muss gefüllt werden“, das sei ihm schnell klar gewesen, sagt Jung. Und weil er der Meinung ist, „dass Kunst auf die Leute zukommen muss“, hat er Susanne Schorr gefragt, ob sie mitmacht bei dem Versuch, eine leere Wohnung mit Kunst zu füllen – wenigstens für einen halben Tag. Susanne Schorr ist Performance-Künstlerin – und sie hat mitgemacht. 

Außerdem Rachel Mrosek, Bertold König, Michel Rosar, Martial Frenzel, Lukas Reidenbach und Johannes Schmitz. Dass selbst der bereits etablierte Grafiker Stefan Grenner Bilder in der leeren Wohnung aufgehängt hat, zeige, dass die Idee nicht so schlecht war, findet Armin Jung.

„Ich habe einen Stein in den See geworfen – und der hat Wellen geschlagen.“

Stefan Grenner macht zurzeit mit Sammelbildchen, die Charakterköpfe aus dem Nauwieser Viertel zeigen, von sich reden. Eines dieser Bildchen zeigt Armin Jung – aber das ist eine andere Geschichte.

Es würde an diesem Samstagabend auch schwer fallen, sie zu verstehen, denn Johannes Schmitz, Martial Frenzel und Lukas Reidenbach, die drei Musiker laufen gerade zur Hochform auf. Das Trio spielt zweimal an diesem Tag, jeweils eine Stunde. Da müssen die Nachbarn durch, findet Susanne Schorr. Er habe auch alle Nachbarn eingeladen, sagt Armin Jung. Und einige schauen sich auch an, was in der Wohnung passiert – neugierig, nicht sauer.

Dass einer aus der Nachbarschaft die Polizei rufen könnte, schließt Jung nicht aus. „Mal sehen, was die dann dazu sagen“, sagt Armin Jung.

Kunst muss man mitunter aushalten. Und Kunst muss wohl auch manchmal etwas aushalten können. „Bewegung gegen die Richtung erzeugt Reibung und macht warm“, hat Rachel Mrosek neben eines ihrer Bilder mit Bleistift an die Wand geschrieben. Und darunter: „Nicht gegen den Strom schwimmen aus Überzeugung, sondern weil der Strom nicht meine Richtung ist.“

150 Leute sind am Samstag mit ihr und den anderen gegen den Strom geschwommen und haben sich auf eine neue Art der Begegnung mit Kunst und Künstlern eingelassen. „Toll“ sei das gewesen, sagt Rachel Mrosek, aber „ausbaufähig“. Die Sache sei ziemlich spontan gewesen. Etwas Spezielles für diese leerstehende Wohnung zu machen, dafür hätten die zwei Wochen Vorbereitungszeit nicht ausgereicht. Aber vielleicht ergibt sich ja eine neue Möglichkeit, mit der Kunst – und sei es für Stunden nur – neue Räume zu erobern. „Wir sind jedenfalls für weitere Leerstände zu buchen“, sagt Rachel Mrosek.

Die Polizei war dann doch noch da. Kurz vor Schluss, um halb zehn – nicht wegen der Kunst, sondern weil ein paar Leute auf dem Balkon zu laut geredet haben.

Fotografien, Grafiken, Malerei, Musik und die Performance von Susanne Schorr gab es am Samstag in der Wohnung von Armin Jung zu sehen.

Im Internet: www.rachelmrosek.de, www.susanneschorr.de



Konturen suchen und finden. Unaufhörlich. Fotografie auf Holz, 2010. Limitierte Auflage.



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Blick aus meinem Atelierfenster, beides Winter 09

Atelier-Umzug ins KuBa

Seit 1. August 2009 habe ich ein kleines Atelier im KuBa - Kulturzentrum am Eurobahnhof in Saarbrücken bezogen. Einen kleinen Artikel über das KuBa und den Einzug neuer Künstler gab es in der Saarbrücker Zeitung Anfang August. 



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Von SZ-Mitarbeiterin Silvia Buss

Drei Neue am Eurobahnhof

Mit dem Programm geht es nur langsam voran

Erste Veranstaltungen und Projekte für die nächsten Monate im KuBa stehen schon fest. Monika Bohr, Annette Orlinski und Martin Steinert sind ins „KuBa“ eingezogen. Möglichst verschiedene künstlerische Profile sollen im Kulturzentrum am Eurobahnhof (KuBa) vertreten sein. 21 Arbeitsplätze beherbergt es, für Bewerber existiert eine Warteliste. Gründerin Michaela Kilper-Beer achtet auf Qualität.

Auch Künstler müssen mal in die Ferien fahren. Eine ungewohnte Ruhe begegnet einem derzeit im Saarbrücker Kulturzentrum am Eurobahnhof, dem KuBa. Doch Monika Bohr, Annette Orlinski und Martin Steinert kommt diese momentane Stille nicht ungelegen. Die Drei haben Anfang August im KuBa Ateliers bezogen und sind noch dabei, sich einzurichten. Wenn Rachel Mrosek, die vierte „Neue“, demnächst aus dem Urlaub zurückkehrt, ist das Atelierhaus wieder komplett vermietet. 

21 Künstler beherbergt dann das KuBa, manche teilen sich sogar ein Atelier. Nur ein Raum bleibt frei: für den nächsten Gastkünstler, Bewerbungen gibt es schon, aus Polen und Rumänien. „Wir haben immer eine Warteliste, deshalb können wir uns die Künstler aussuchen, die wir aufnehmen“, sagt KuBa-Gründerin Michaela Kilper-Beer.

Man achte auf Qualität und wolle möglichst verschiedene künstlerische Profile und Positionen, erklärt Andreas Bayer, der künstlerische Leiter des KuBa. Mit Stephan Mathieu hat sich das Spektrum im Vorjahr um einen Musiker/Komponisten erweitert. Mit Stefan Ochs kam ein Architekt, mit Veronika Witte eine zwischen Saarbrücken und Berlin pendelnde Medienkünstlerin hinzu. Nachdem Sigrun Olafsdottir aus Platzgründen in die Sonderwerkstatt umzog, habe man mit Martin Steinert auch „endlich wieder einen interessanten saarländischen Bildhauer im Haus“, so Bayer. Steinert, der in seinem Raum im Erdgeschoss schon dabei ist, einer seiner Holzskulpturen den Feinschliff zu verpassen, kommt aus Sulzbach. Dort hat er sein Atelier in der einstigen Krankenhauskappelle jetzt nach zwölf Jahren aufgegeben. Um hier im KuBa, in dem er schon ausgestellt hat, endlich einmal die Erfahrung zu machen, in Gemeinschaft zu arbeiten. Selbst wenn sein Atelier hier mehr eine Zelle sei: „Ich fühle mich wohl hier“, sagt er, „gerade wenn die Türen aufstehen“.


Mehr als ein Atelierhaus

Mit Rachel Mrosek und Annette Orlinski sind zwei Kommunikationsdesignerinnen ins KuBa eingezogen. Orlinski, die ein Designbüro in der Futterstraße hat, suchte ein Atelier, „weil ich Kunst und Arbeit trennen wollte“, wie die Begründerin des Kunst-Projekts Polska Kultura erklärt. Auch Monika Bohr will sich nun im KuBa endlich wieder eigenen künstlerischen Projekten widmen. Die bildende Künstlerin, die in Ballweiler wohnt, war in den vorigen fünf Jahren fast ausschließlich mit der Organisation des Großprojekts „virtual residency“ befasst. Die Erfahrung der Neuen mit Projektorganisation und Kunstvermittlung möchte Bayer auch für das sonstige Programm des KuBa nutzen. Denn auch das macht für die Künstler die Attraktivität des KuBa aus: dass es auch Projekte ermöglicht, Veranstaltungen bietet, eben mehr ist als nur ein Atelierhaus.

Saarbrücken. „Der Zug rollt, aber er rollt langsam“, fasst Michaela Kilper-Beer die derzeitige Lage des Kulturzentrums am Eurobahnhof zusammen. Auch wenn bei der Atelier-Vermietung alles prächtig laufe, bei der Programmentwicklung des KuBa sei man immer noch in der Aufbauphase, ergänzt der künstlerische Leiter, Andreas Bayer. Die ersten Veranstaltungen und Projekte für die nächsten Monate stehen schon fest. Einige, wie der Herbstsalon ab dem 24. September, werden vom KuBa selbst veranstaltet, zusammen mit Kooperationspartnern, etwa eine Musik-Performance von Stephan Mathieu im Rahmen der Sommermusik. Für die Eröffnungsveranstaltung der Interkulturellen Woche und den Künstleraustausch Artmix wiederum stellt der Trägerverein KuBa nur die Räume zur Verfügung, ohne inhaltlich Einfluss zu nehmen und gegen Miete. Man wolle langfristig mehr eigenes Programm bieten, sei aber auf Kooperationen oder Fremdveranstaltungen angewiesen.

„Denn bevor wir an Produktionskosten für eigene Projekte denken können, müssen wir erst mal die Grundkosten des KuBa finanzieren können, sagt Bayer. Und damit habe man derzeit noch immer zu kämpfen. „Die Kantine ist als Veranstaltungsraum unverzichtbar für das KuBa, produziert aber laufende Kosten, die wir aufbringen müssen“, nennt Bayer als Beispiel. Man bemühe sich um zusätzliche Einnahmen durch private Feiern, wolle in den Raum investieren, um ihn mit Veranstaltungstechnik auszustatten. Bayer: „Wir möchten uns künstlerisch stärker im auditiven Bereich profilieren, Programmreihen machen, bei dem das Hören im Vordergrund steht“. Michaela Kilper-Beer konnte vom Verein angestellt werden, man hoffe nun, eine weitere Mitarbeiterstelle dauerhaft erhalten zu können.

Vieles werde ehrenamtlich geleistet, man habe zwar Projektmittel bekommen, aber bisher noch keine institutionelle Förderung. Um die bemüht sich der Verein daher nun, will Partner aus der Wirtschaft, Land und Stadt dafür gewinnen. Kilper-Beer: „Im Moment sind wir sehr zuversichtlich, wir glauben einfach an dieses Konzept“.



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