Underwaterlove.
_freie Arbeit

O que que é esse amor, dágua, Esse amor com paixão, Esse amor com paixão, ai que coisa, O que que é esse amor, dágua, Eu sei que eu não quero mais nada, Você vem, você vai, Você vem e cai, E vem aqui pra cá, Que coisa louca, Vem aqui pra cá.

Cai cai e tudo tudo cai, Tudo cai pra lá e pra cá, Pra lá e pra cá, E vamos nadar, Y vamos nadar e tudo tudo dá, This must be underwater love, the way I feel it.

After the rain comes sun, After the sun comes rain again, After the rain comes sun, After the sun comes rain again. (Smoke City)




















Fragmente, Maman. 2011
Limitierte Auflage, Fotografie auf Depafit, ca. 120 x 120 mm, 8 Teile.








Briefe an Antoine
_Ausschnitt



[...] Antoine, was machst Du wohl? Ich komme nicht so oft zum Schreiben und einige Wochen sind inzwischen vergangen. Es ist unmöglich für mich alles lückenlos festhalten zu wollen, was in der Zwischenzeit so passiert ist. Aber es ist vielleicht auch gar nicht nötig.

Ich sehe Deinen Vater vor mir, wie er nun sicherlich in Ecluzelles an dem alten, schweren, Eicheschreibtisch sitzt und schreibt. Schreibt und schreibt, Stunde um Stunde, Tag für Tag, einen ganzen Sommer lang. Ich sehe ihn vor mir, mit seinem Bart und den freundlichen kleinen Augen in einem Gesicht, das Deinem ähnelt, nur eben älter, gegerbt vom Leben. Mit einer Brille, deren Gläser immer schmutzig erscheinen, weil der Träger sich nicht die Zeit zum Reinigen nimmt. Die ihm offenbar dennoch erlauben zu schreiben (oder tut er es vielleicht blind?), ihn aber die Mäuse nicht sehen lässt, die ihm Mirabelle in der Zwischenzeit zu Füssen legt.

Im Haus befinden sich so viele Bücher, wie ich es noch in kaum einer Bibliothek in dieser Dimension gesehen habe. Ich vermute fast, dieses Haus wird von den Büchern zusammengehalten, es könnte sicherlich nie einstürzen. „Hier lagert ein Drittel seiner Seele“ hast Du
gesagt.  [...] (rachel mrosek)










Fragmente Antoine, 2011
Limitierte Auflage, Fotografie auf Depafit, ca. 120 x 120 mm, 4 Teile.







Underwaterlove. Again.


[...] Wir sind inzwischen wieder am See. Ein weiteres Haus, das mein Papa gebaut hat steht hier. Darin schlafen wir, alles andere findet draussen statt. Nirgendwo sonst lebe ich so sehr in der Natur. Und mit ihr. Wir verbringen auch Tage auf dem Wasser. Gestern bin ich Wasserski gefahren, na ja, ich habe es versucht. Wenn ich auf dem alten Motorboot über den großen See brause und den Wind im Haar spüre, die Sonne auf der Haut, dann gibt es kein größeres Gefühl von Freiheit. Die sonstige Ruhe an diesem Ort ist so erfüllend, dass ich völlig selbstgenügsam werde. Ich brauche plötzlich nichts mehr. Es ist nicht still, die Luft ist sogar voller Geräusche! Das Rascheln der Blätter, das Summen eines Insektes, manche Vögel zwitschern, manche pfeifen, ein Wiehern von fern vermischt sich mit einem Blöken, vereinzelt gibt es Motorbootgeräusche, auch mal eine Stimme von irgendwoher. Die Zeit tickt anders, ein bißchen wie Zeitlupe, Stop Motion. Gefühlter Stillstand der Welt.

Und doch ist es plötzlich schon wieder Abend. Die Grillen zirpen, die Frösche quaken, wir machen Feuer, es knistert und raucht und die Funken fliegen in die Luft nach oben, tanzen durch die S
chwärze der Nacht und vermischen sich am Himmel mit den Sternen, als wäre die Welt voller Glühwürmchen. Wir grillen Fische und trinken Wein.  [...] (rachel mrosek)












Fragmente, See. 2011
Limitierte Auflage, Fotografie auf Depafit, ca. 120 x 120 mm, 5 Teile.








Briefe an Antoine
_Ausschnitt


[...] Papa liebte es Häuser zu bauen. Mama sagte, wenn er nicht einmal im Jahr ein Haus baut, wird er unzufrieden. Auf unserem Grundstück errichtete er deshalb unser Wohnhaus, dazu ein Haus ausschließlich zum Feste feiern, ein Gartenhaus, ein Häuschen für die Federtiere, das Blumengeschäft meiner Eltern, ein Gewächshaus, eine Garage, ein Kühlhaus, ein Lagerhaus, eine Hütte nur für „die Jungen“, womit wir Kinder gemeint waren, eine Werkstatt und eine sehr geräumige Hundehütte für Teddy, unseren Berner Sennenhund. Im Alter von sechs Jahren bekam ich mein erstes und bisher einziges eigenes Haus. Es stand neben einem Kirschbaum.


















Fragmente, Maman. 2011
Limitierte Auflage, Fotografie auf Depafit, ca. 120 x 120 mm, 8 Teile.




[...] Tante Mutch und Onkel Roland sahen wir nicht so oft, aber wenn wir Tante Maria im Kloster besuchten, kam die ganze Familie zusammen. Meine Mama liebte den Charme von Onkel Roland und Papa machte darüber seine Witze. Tante Maria war als sehr junge Frau einem Zisterzinserorden beigetreten. Es war immer wieder beeindruckend für mich, nach der endlosen Fahrt zur Abbaye de Saint-Joseph d‘Ubexy vor dem großen Tor des Klosters zu stehen, an dem man sich nur durch einen schweren, geschmiedeten Türklopfer bemerkbar machen konnte. Eine Nonne nahm uns in Empfang und führte uns in das große, schlichte Besucherzimmer in dem der Geruch der gestärkten, weißen Tischdecken hing. Die Fenster waren mit hellen, einfachen Baumwollvorhängen zugezogen durch die ein sehr warmes Licht fiel. Die Herzlichkeit mit der unsere kleine Tante Maria uns begrüßte, die Freude über unseren Besuch berührte immer mein Herz.

Die Nonnen bereitetet für uns ein einfaches Essen vor und wir aßen mit ihnen zusammen an einer langen Tafel, die mit blank geputztem Silberbesteck und weißem Porzelan gedeckt war. Auf dem Tisch standen stets zwei Krüge, einer mit rotem Wein und einer mit Wasser. Und natürlich Brot.

[...]

Natürlich besuchten wir auch zusammen die Messe, der ich andächtig folgte, aber ich liebte es noch mehr durch die großen Gärten des Klosters zu streifen, mit denen sich die Nonnen völlig autark versorgten. In St. Ubexy schien immer die Sonne! Es gab einen kleinen Raum, in dem Handarbeiten zum Kauf angeboten wurden. Bestickte Decken, gestrickte Mützen, gehäkelte Stolas, Postkarten und Bücher und selbstgeschöpftes Papier. Und alles, alles in diesem Kloster war heilig und wirkte auch so auf mich. Alles war so schlicht und trotzdem faszinierend ehrfurchtsvoll. Die Reststücke der selbstgebackenen Hostien, die nicht für die Messe verwendet werden konnten, bekamen wir in Papiertüten geschenkt. Ich liebte sie zu essen! Besonders gut schmeckten die dunkel Gebackenen. Sie lagerten in einem Schrank unseres rustikalen Wohnzimmers und wurden nie schlecht. Tante Maria schrieb uns regelmäßig Briefe und Karten mit christlichen Motiven. Meißtens die Mutter Maria mit dem Jesuskind. Ihre Botschaften waren Gebete für uns.
[...] (rachel mrosek)

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Diese und weitere Bilder und Texte sind momentan bei grünstreifen in Saarbrücken in der Uhlandstraße 9 noch bis Mai zu sehen.


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